25.05.2019 - 93 Punkte für Fianna auf der IFH 2 in DEG

0P8A4493 1 1Eigentlich sollte die Meldung, dass Fianna bei ihrer dritten FH 2 (seit Gültigkeit der neuen PO 2019: IFH 2) 93 Punkte gesucht hat, genügen. Nach zweimal 97 Punkten sind die 93 Punkte Ausdruck von Sicherheit und Stabilität auf der ganz langen Strecke und Grund genug, sich zu freuen und zuversichtlich in ihre Fährtenzukunft zu blicken. Wenn man aber die Umstände berücksichtigt, unter denen diese 93 Punkte zustande kamen, machen sie uns richtig stolz. Und für alle, die sich auf Fährtenarbeit einlassen, ist das eine weitere Mahnung, dass man sich im Fährtensport am besten auf alles einstellt, weil es nichts gibt, was es nicht gibt.

In Deggendorf werden die Fährten meist am Mettenufer oder in Winzer gesucht, wo es genug Gelände und Absprachen mit den Bauern gibt. Diesmal verhindert der Scheitelpunkt des Frühjahrshochwassers der Donau diese Gepflogenheit genau einen Tag vor der Prüfung, am Freitag, indem es alle infrage kommenden Gelände überschwemmt. Die Organisation in Deggendorf bemüht sich also fiebrig um ein Ersatzgelände, das nicht allzu groß sein musste, weil nur drei Fährten gesucht werden sollen (IGP 3, IFH 1 und IFH 2). Man wird fündig, trifft allerdings den Bauern nicht an, um dessen Einverständnis zu erlangen und die Konditionen abzuklären. So beginnt also die Fährtenprüfung ohne Wissen des Bauern mit der IGP 3- und IFH 1-Fährte. Fianna ist um 10 Uhr an der Reihe und wird vorbereitet. Die bekannten Rituale laufen ab, um sie in Fährtenstimmung zu bringen, da erreicht uns die Meldung, dass der Bauer soeben Fiannas Fährte mit Kunstdünger spritzt. Ende. Fianna kommt zurück in ihre Autobox und verbucht das Ganze als schlechten Scherz unsererseits oder als Fehlinterpretation ihrerseits. Jedenfalls macht sie das, was man in solchen Fällen gerne macht: Man hakt ab und legt sich aufs Ohr.

0P8A4478 1 1Jetzt machen sich die Organisatoren auf die verzweifelte Suche nach einem neuen Gelände, das mit Hilfe lokaler Fährteninsider (herzlichen Dank, Gerlinde!) um 11 Uhr in der Nähe des Mettenufers gefunden ist. Jetzt muss wieder getreten, drei Stunden gewartet und eine Verleitung gelegt werden, bis Fianna dann um 14 Uhr, völlig verdutzt und verschlafen, zur Arbeit gerufen wird. Die macht sie dann, den widrigen Umständen entsprechend, ausgezeichnet. Das Gelände ist ohne große Herausforderung, die Wiese etwas zu hoch, aber eine sogenannte Zuckerwiese, was, wie man weiß, bei erfahrenen Hunden nicht immer von Vorteil ist, weil sie oberflächlich werden, wenn die Herausforderung nicht zu Achtsamkeit rät. Das einzig wirkliche Problem ist die stumpfe, drückende Mittagshitze, die über dem Gelände hängt und die Nasenarbeit im tiefen Gras sehr erschwert. Deshalb muss Fianna doch deutlich mehr als gewohnt entlasten. Aber die Geraden und die Winkel sucht sie wie am Reißbrett ab, weicht nicht ab, ignoriert die Verleitung, als ob es keine gäbe und macht einfach einen tollen Job. Allerdings: Fianna kann zählen und zählt die Gegenstände. Mit jedem Gegenstand wird sie etwas schlampiger und befindet, dass angesichts der Hitze ein baldiges Ende der Übung angemessen sei, indem sie ihn zwar zuverlässig anzeigt, aber danach nicht direkt weitersucht, sondern sich erst einmal setzt, um sich dann zur Weitersuche aufzuraffen. Sie ist der Meinung, jetzt könnte Schluss sein und die Endgrundstellung sollte ihrem Wunsch Ausdruck verleihen. So verliert Fianna ihre Punkte ausschließlich durch die Entlastungen und die zögerlichen Wiederaufnahmen.

0P8A4509 1 1Wir sind richtig stolz auf unsere unverwüstliche Schnüfflerin, die sich mit diesem Ergebnis für die Bayer. Meisterschaften bei den Gebrauchshunden qualifiziert hat. Das hat einen Applaus verdient und belohnt den Fleiß und die Ausdauer der beiden Fährtenexpertinnen. Da man aber aus jedem Ergebnis etwas lernen kann und sollte, wird Fianna in Zukunft so viele Gegenstände auf der Fährte vorfinden, dass ihr das Zählen vergeht. Wie wir sie kennen, wird sie das mit einem Mona-Lisa-Lächeln quittieren und sich nichts nachsagen lassen.

Wir haben allen Grund, nicht nur Fianna zu danken, sondern vor allem dem Deggendorfer Organisationsteam, das ohne Schuld in eine äußerst herausfordernde Situation geriet und diese bravourös meisterte. Dank auch an den Fährtenleger Günther Hadel und Leistungsrichter Gerhard Kessler, die einen tadellosen Job machten.