21.09.2019 – Landessiegerschau (CAC) in Hohenpeißenberg

0P8A8844 1 250Die Blues-Teilnehmer von links: Gerda mit Girgl, Ulla mit Iltschi, Doris mit Effie, Heike mit Fianna, Hugo mit Gundel und Hilde mit IndraCAC stattt FH-Quali Nord. Hohenpeißenberg statt Heiligenhafen. Nach der Entscheidung, nicht an die Ostsee zu fahren, um eine weitere DM-Quali zu laufen und dafür lieber ein wenig zu pokern, haben wir beschlossen, Fianna auf der CAC auszustellen, was ja auch eine Art Glückspiel ist. Außer ihr waren noch fünf weitere vom Blues dabei.

 

An Frühherbsttagen wie diesen kann man zwar nicht, wie an der Ostsee, bis zu jenem Punkt schauen, wo die Erdkrümmung einsetzt, dafür trägt der Blick über den Pfaffenwinkel und das Blaue Land hinüber bis zur Zugspitze. Das ist sicher nicht so weit, dafür spektakulär. Und es dürfte allen Beteiligten nicht immer leicht gefallen sein, ihre ungeteilte Aufmerksamkeit ausschließlich den Hunden zu widmen. Aus dieser Sicht, und nur aus dieser, war es ein Vorteil, dass dieses Jahr nur 26 Hunde gemeldet hatten. Sechs davon stellte der Bairische Blues. 

0P8A8630 1 250Ulla mit IltschiDen 0P8A8619 1 250Ulla mit IltschiBlues-Reigen eröffnet Iltschi in der Jüngstenklasse der Rüden. Großer Konkurrenz hat er sich allerdings nicht zu erwehren; genau genommen dreht er seine Kreise allein im Ring. Die Richterin hat an ihm kaum etwas zu bemängeln und dekoriert ihn mit der in dieser Klasse höchstmöglichen Auszeichnung: vv, was vielversprechend bedeutet. Da es in der Jüngstenklasse keine Platzierungen gibt, ist es für Iltschi ohne Belang, dass er keine Mitbewerber hat. Er ist einfach nur vielversprechend. Das deckt sich mit den Hoffnungen seiner Familie, die sich von ihm naürlich auch viel versprechen. Ein Anfang ist gemacht.

 

0P8A8732 1 250Hilde mit IndraSeiner 0P8A8728 1 250Hilde mit IndraSchwester Indra ergeht es später in der Jüngstenklasse der Hündinnen wie ihm: keine Konkurrenz, eine gähnend leere Schaubühne und ein vv. Mehr geht nicht: Super-vv gibt es nicht. Wobei: Wenn sie mehr gelaufen statt gesprungen wäre, hätte man für sie vielleicht sogar ein Super-vv erfunden. Alles reine Spekulation. Die Wahrheit ist, dass die beiden durch ihr prächtiges Haarkleid, einen wohlgeformten Körper, ihr freundliches Wesen und reichlich Temperament bestechen. Was will man mehr?

Wenn wir die Altersleiter nach oben steigen, sind als nächstes Gundel und Girgl an der Reihe. Mit vier Jahren stehen sie in der Blüte ihres Lebens, haben es aber in der Offenen Klasse mit der größten Konkurrenz zu tun.

Girgl muss 0P8A8646 1 250Gerda mit Girglsich gleich sieben Herausforderern erwehren und verlässt mit einem unplatzierten SG (sehr gut) den Ring. Der Richterin Brit Wuchert fehlen vor allem die Marken in seinem Gesicht. Sein dunkler Teint ist ihre Sache nicht. Dann soll er sich eben weiterhin um den Nachwuchs kümmern; die Damen der Hovawartwelt scheinen weniger wählerisch zu sein.

 

 

 

Gundel hat0P8A8806 1 250Hugo mit Gundel es i0P8A8810 250Hugo mit Gundeln ihrer Klasse mit drei Mitbewerberinnen zu tun und landet mit einem SG 2 (sehr gut) auf dem zweiten Platz. Mit etwas mehr Fortune hätte sie bei einem anderen Gutachter auch ein V (vorzüglich) bekommen können, aber es hat sich ja auch unter Ausstellern längst herumgesprochen, was längst Allgemeingut ist: Vor Gericht und auf hoher See ist man in Gottes Hand. Dann versucht man sein Glück eben ein andermal an einem anderen Ort wieder. Mit vier Jahren hat man schließlich noch ein ganzes Ausstellerleben vor sich.

 

 

 

0P8A8766 1 250Heike mit FiannaAuf der 0P8A8759 1 250Heike mit FiannaAlterspyramide folgt nun Fianna. Zwischen all den Fährtenprüfungen tänzelt sie unbeschwert und frei von aller Last und Verantwortung durch den Ring und lässt jeden wissen, dass das hier für sie so eine Art Bonus-Track ist. Ein klein bisschen pummelig ist sie derzeit, was von ihrer Nachläufigkeit herrührt und vermutlich auch Folge vieler Leckerlis während der Trainingsfährten ist. Auch Girgls dunkler Teint kommt nicht von ungefähr, sondern von seiner Mutter und sorgt für einen Punktabzug. Aber in der Klasse der Gebrauchshündinnen ist sie Solokünstlerin, weil Gebrauchshündinnen Mangelware sind und sich meist lieber auf dem Hundeplatz herumtreiben als in Ausstellungsringen. Fianna ist das egal; auf den Fährten sieht sie sich so massiv herausgefordert, dass sie gegen einen Preis ohne Schweiß nichts einzuwenden hat. Mit SG 1 gewinnt sie ihre Klasse ohne Konkurrenz, aber mit einem schelmischen Lächeln zwischen den Ohren. Merke: Wer nicht zu den geborenen Schönheitskönig(inn)en gehört, sollte sich um ein Ausbildungskennzeichen bemühen, wenn er (sie) einen Pokal nach Hause tragen möchte.

0P8A8684 1 250Doris mit EffieDie Spitze der Alterspyramide bei dieser Ausstellung bildet Effie. Mit neuneinhalb Jahren ist sie die Alterspräsidentin und tritt gegen eine etwa ein Jahr jüngere Bewerberin in der Veteranenklasse an – und muss sich mit einem V 2 und dem zweiten Platz begnügen. Ein Jahr kann in diesem Alter schon einiges mehr an Gebrauchsspuren hinterlassen, vor allem, wenn man sich, wie Effie, nie geschont und das Leben in vollen Zügen und vollem Lauf genossen hat (und immer noch genießt). Etwas durchgelatschte vordere Fußwurzeln bemängelt die Richterin, was bei Effie kein Wunder, aber eben ein Showstopper ist, denn die jüngere Konkurrentin federt und schwebt noch. Voilà, Effie: Lieber ausschweifend gelebt, als mit federndem Gang gestorben.  

0P8A8818 1 250Zuchtgruppe vom Bairischen Blues mit Fianna, Effie und HugoDoch dann die Krönung der CAC für den Bairischen Blues. Erstmals in der Geschichte unseres Zwingers gewinnt der Blues den Zuchtgruppenwettbewerb. Effie, Fianna und Gundel laufen bestechend  – und ohne Konkurrenz – um die wertvollste Auszeichnung. Der Vögele Hof bringt diesmal nur zwei Aussteller in den Ring und muss zusehen, wie ihm die Ehrengabe erstmals seit vielen Jahren versagt bleibt. Wir nehmen die Plakette auch ohne Gegner gerne in Empfang und danken Beate vom Vögele Hof, dass sie die Erste ist, die uns gratuliert. Da Meister Mendel vom Vögele Hof alles abräumte, was es zu gewinnen gab (herzlichen Glückwunsch dafür), nehmen wir an, dass es die Vögeles auch diemal geschafft hätten, uns auf die Plätze zu verweisen. Also vertagen wir uns eben auf die nächste Auseinandersetzung, wenn unser vielversprechender Nachwuchs den Vögeles die Hölle heiß und den Sieg streitig machen wird. Bis die Tage...

Und wo bleibt Hedda?, wird sich manch einer(r) fragen. Hedda hat sich nach ihrer Läufigkeit so sehr von ihrem Haarkleid befreit, dass sie vielleicht zum Pfeifenreiniger taugt, aber sicher nicht zur Schönheitskönigin. Sie muss heute draußen bleiben und auf die nächste Gelegenheit warten. Kommt Zeit, kommt Haar.

Wir haben den Tag in Hohenpeißenberg sehr genossen. Wir danken allen, die nach Hohenpeißenberg gekommen sind, um ihren Hund vorzustellen, wir danken Brit Wuchert, dem Ausstellungsleiter Ralph Marcinczak, den Ringschreiberinnen und allen eifrigen Helfern. Allen voran danken wir Annemarie und Hermann für ihre gewohnt engagierte und professionelle Vorbereitung und Begleitung der Veranstaltung: Das war perfekt. Der Küche gilt unser Dank ebenfalls, dem makellosen Himmel, dem Ehrfurcht gebietenden Panorama der Alpen, kurz: wir danken heute einfach jedem und allem. Und wenn man dem Drängen vieler Beteiligter und Verantwortlicher glauben darf, soll diese Ausstellung in Hohenpeißenberg nicht die letzte gewesen sein. Hohenpeißenberg ist irgendwie schon Kult geworden. Und von Kult nimmt man sehr ungern Abschied.