Die Osterferien stehen vor der Türe und draußen ist es zapfig kalt. Also eigentlich ein guter Grund, in den Süden zu fliehen. Doch meine Ferien sind dieses Mal mit einigen kleineren und größeren Aktivitäten und Besuchen gespickt, was die Flucht in die Wärme verhindert.

Und so starte ich am Gründonnerstag auf meine Deutschlandrunde mit dem Wohnmobil und meinen drei vierbeinigen Reisebegleiterinnen.

von links: Halina, Hedda, Limba und Fianna

Gründonnerstag:  
Am Gründonnerstag besuche ich Halina in Hohenpeißenberg. Auch wenn wir uns nicht in kurzen Abständen treffen, so0 verstehen sich die Hunde doch weiterhin einfach nur super und auch Limba ist von Halina herzlich akzeptiert. Der Spaziergang durch die  klare, kalte Luft tut einfach gut, und am Abend sitzen wir gemeinsam bei Kerzenlicht und gutem Essen — genau so, wie ein Frühlingsbesuch sein sollte. 

Als ich gegen 22 Uhr zum Wohnmobil zurückkehre, wartet eine unliebsame Überraschung: gerade als ich den Wasserhahn öffne, löst der Frostwächter aus und will das ganze Wasser aus dem Tank laufen lassen. Zum Glück bin ich rechtzeitig da, kann reagieren, den Frostwächter wieder reindrücken schnell das Wohnmobil aufheizen und das Drama abwenden. Puh — nochmal Glück gehabt, sonst wären mal schnell 100 l Frischwasser im Boden versickert und ich hätte mich gewundert, warum kein Wasser aus dem Hahn kommt.

Karfreitag bis Ostersonntag: 
Die Feiertage verbringe ich bei der Familie.
Ostersamstag treffe ich mich zu einem gemütlichen Mittagessen mit meinen Geschwistern und meinem Vater. Meine Mutter ist vor einigen Wochen gestürzt und noch in der Reha und kann leider nicht dabei sein, doch wir genießen das Essen und das Treffen und tauschen viele Familiengeschichten aus. 

Am Ostersonntag genießen wir einen gemütlichen Brunch bei meiner Schwester Karin mit der ganzen Familie. Anschließend fahre ich zu meiner Mama in die Reha. Nach den vielen kalten Tagen wird es nun langsam wärmer und ich kann gemeinsam mit meiner Mutti einen kleinen Spaziergang unternehmen, was uns beiden ausnehmend gut tut – die warme Sonne ist immer wieder ein Lebenselexier.

Start einer neuen Ära: Alleine unterwegs im Wohnmobil
Nach den Familientagen beginnt eine besondere Etappe: die ersten Urlaubstage allein im Wohnmobil, seitdem Bernd nicht mehr da ist. Ich war zwar schon einige Male wieder mit dem Wohnmobil unterwegs, aber dieses Mal ist es der erste Urlaub alleine und ich bin gespannt, wie es wird: Vorfreude und auch ein wenig Sorge teilen sich meine Brust. 

Sonntag: Dieburg und der vertraute Forellenhof
Am Sonntag fahre ich nach Hammelburg und stelle mich auf den Forellenhof in Diebach — ein Platz, den Bernd und ich schon so lange kennen und immer geschätzt haben. Einst ein gemütlicher Miniplatz mit zehn Stellplätzen, hat er sich zu einem beliebten Gelände mit fast achtzig Plätzen entwickelt. Auch ohne Reservierung finde ich noch eine kleine Ecke für die Nacht. Ein Abendspaziergang mit den Hunden, frische Luft, das Zirpen der Nacht und ein Glas Wein — und dann zufrieden ab ins Bett. 

Ostermontag – Donnerstag: Harz, Seen und Hundeglück
Am Ostermontag ziehe ich weiter in den Harz, auf den Campingplatz Kreuzeck in Goslar‑Hahnenklee. Der Campingplatz wurde in Facebook als toller Platz für Hundebesitzer empfohlen und bietet sich für mich mit den drei Hunden gut an.  

Blick aus dem Womo-Fenster
Abendstimmung am See

Ich stehe direkt am See: morgens leichter Nebel und die aufgehende Sonne, tagsüber Sonne, und überall Wege, die nach Bewegung rufen. Ein kleiner Wehrmutstropfen: Ich habe nicht bedacht, dass ab 1.4. in Niedersachsen Leinenpflicht gilt. Aber wir machen das Beste draus und ich jongliere mit drei Hunden, die auch mal in verschiedene Richtungen ziehen und ein lustiges Makramee mit den Leinen knüpfen. 

Alvar mit seinem Gefolge
Immer nur Vollgas

Gleich am Dienstag kommt Susanne mit ihrem Alvar von den Bienwaldauen zu Besuch und mit allen Vieren drehen wir eine Runde rund um den See. Natürlich haben wir beide die Kamera dabei, aber wir kommen kaum zum fotografieren. Die vier sind schlimmer zu hüten als ein Sack Flöhe, finden sich alle supertoll, hüpfen und springen um die Wette und sind immer ein Schritt weiter, als wir gerade noch denken können. 

Doch das ist uns egal, wir genießen die gemeinsamen Stunden, sitzen noch gemütlich bei Kaffee und Kuchen in der Sonne vor dem Wohnmobil und haben uns so viel zu erzählen. 

Morgens gehört der See uns noch ganz alleine

Mittwoch und Donnerstag bin ich morgens schon früh mit allen Hunden rund um den See unterwegs und danach lassen wir uns das Frühstück schmecken.

Unterwegs mit Hedda und Limba

Um die Mittagszeit unternehme ich längere Wanderungen mit Hedda und Limba; Fianna bleibt aus Rücksicht im Wohnmobil und ruht sich aus. Schöne Wanderwege gibt es hier mehr als genug und wenn man sich ein wenig wegbewegt von dem beliebten Rundweg rund um den Bocksberg, dann ist man auch schnell ganz alleine unterwegs.
Wir haben unseren Spaß an den gemeinsamen Runden und wenn wir zurückkommen, schaut uns eine schlaftrunkene Fianna an, die das Wohnmobil bestens bewacht hat.

Freitag bis Sonntag: Schutzdienstworksho bei den Hundefreunden in Bühren
Am Freitag geht es weiter zum RZV‑Hundeplatz in Bühren — verabredet mit Ilke und Andreas für ein Hundeseminar, das schon lange auf unserer Wunschliste stand. Es passt diesmal prima in meine Ferienplanung.

Am ersten Abend treffe ich mich mit Ilke und Andreas zum  gemeinsamen Pizzaessen im Wohnmobil: Lando, der Papa des J-Wurfs hat sich leider verletzt und muss geschont werden, weshalb ein Besuch meiner Mädels nicht möglich ist – er würde sich sicher nicht an die Vorgabe der Schonung halten. Und so sitzen wir im Franz und quatschen uns durch die halbe Nacht — Wohnmobil‑Gemütlichkeit deluxe. 

Hedda
Limba

Am Samstag und Sonntag stehen dann Unterordnung und Schutzdienst mit Hedda und Limba auf dem Programm. Gemeinsam mit den Ausbildern und Helfern Sepp Wild, Carsten Fuchs und Gerhard Bahlmann erleben wir zwei intensive Trainingstage. Konzentration, Teamgeist und jede Menge Spaß — solche Tage füllen das Herz und die Energiespeicher gleich mit auf.

Und ganz besonders habe ich mich gefreut, dass am Sonntag Johannes (haasen-foto) mit der Kamera auf den Platz kam und mich mit meinen Mädels abgelichtet hat. Danke lieber Johannes!

Schlussgedanke
Diese Tage waren eine Mischung aus zarten Erinnerungen, kleinen Abenteuern, Zeit mit Familie und Freunden und dem besonderen Glück, die Hunde so fröhlich und frei zu erleben. Ich bin dankbar für die Begegnungen, die ruhigen Momente am See und die neuen Wege, die sich während dieser Reise auftun.

Noch immer fehlt mir Bernd sehr – nicht nur, weil er sich oft abends um die Verpflegung  gekümmert hat und ich damit in den Tagen alleine sehr nachlässig war – sondern auch, weil ich Glück und schöne Momente so gerne mit ihm teilen würde. Aber leider geht das nie wieder.